In der Anhörung des Wirtschaftsausschusses zu Netzpaket und EEG 2027 stellten Sachverständige die Kosten des weiteren Wind- und Solarzubaus in den Mittelpunkt. Die Bundesnetzagentur beziffert das Netzengpassmanagement 2025 auf 30,3 Terawattstunden und rund 3,06 Milliarden Euro. Für neu geförderte Anlagen 2027 bis 2032 veranschlagt der EEG-Regierungsentwurf rund 12,8 Milliarden Euro. Thomas Mock von Vernunftkraft lehnte zusätzliche Wind-Ausschreibungen von 12 Gigawatt ab und warnte vor Förderlasten, Netzentgelten und ungesicherten Rückbaukosten zulasten privater Stromkunden. Der VBEW verwies auf fast eine Terawattstunde abgeregelten Solarstrom in Bayern 2024. Das Bayernwerk nannte einen Netzausbau für die letzte Kilowattstunde volkswirtschaftlich nicht zielführend.

Florian Köhler, energiepolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag, erklärt:

„Die Anhörung bestätigt unsere Kritik. Wer am Mengenziel für volatilen Strom festhält, lässt Engpass- und Anschlusskosten bei Bürgern, Mittelstand und Kommunen. Bayern braucht gesicherte Erzeugung statt überdimensionierten Netzausbaus. Wir fordern, das EEG zu beenden und neue Anlagen nur anzuschließen, wo das Netz die Energie aufnehmen kann. Sachsen hat den Zubau außerhalb bereits ausgewiesener Plangebiete gestoppt. Die Staatsregierung sollte diesem Beispiel folgen.“

Johannes Meier, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, ergänzt:

„Die Rücknahme des Förderstopps für kleine Wasserkraft und die Hinweise auf steuerbares Biogas, die in der Anhörung als Beitrag zur Versorgungssicherheit zur Sprache kamen, zeigen den Wert planbarer Erzeugung. Pacht- und Rückbaurisiken dürfen nicht bei Eigentümern und Netzkunden landen. Der Freistaat muss gegenüber dem Bund eine Kosten- und Haftungspflicht der Betreiber durchsetzen.“