Die Antwort der Staatsregierung auf eine AfD-Anfrage offenbart erhebliche Informations- und Handlungsdefizite: Obwohl über BayWa rund ein Viertel des bayerischen Getreidehandels läuft, kennt die Staatsregierung weder detaillierte Folgen von Standortschließungen noch Auswirkungen auf Arbeitsplätze und Landwirtschaft und sieht keine Veranlassung für besondere Maßnahmen. Gleichzeitig ist aus den Medien bekannt, dass BayWa bundesweit den Abbau von rund 1.300 Stellen und die Schließung von 26 Standorten plant, davon mindestens acht in Bayern.
Oskar Lipp, Sprecher des Arbeitskreises „Wirtschaft, Energie, Digitales“, erklärt dazu:
„Es ist widersprüchlich, die BayWa als zentral für Bayerns Landwirtschaft zu bezeichnen und zugleich über konkrete regionale Folgen kaum Bescheid zu wissen. Wir fordern ein laufendes Monitoring der Standorte, Beschäftigung und agrarischen Versorgung sowie einen belastbaren Notfallplan.“
Gerd Mannes, stellv. Fraktionsvorsitzender und umweltpolitischer Sprecher, ergänzt:
„Die kreditfinanzierte Expansion, gerade im kapitalintensiven Wind- und Solargeschäft, war ein zentraler Krisenverstärker: Das Segment Regenerative Energien rutschte 2024 von +193,8 auf −732 Mio. Euro EBIT. Dass die Sanierung nun bis 2030 verlängert werden soll, zeigt: Das Problem ist nicht gelöst, sondern vertagt. Bayern braucht endlich Transparenz, Risikovorsorge und Schutz seiner regionalen Agrarstrukturen.“